Gedicht

Anarchie

01.10.2017 - Sanna Hübsch

In der Veränderung des Einzelnen
Hoffen wir
Die Vorbedingung zu schaffen
Für die Veränderung
Aller

In der Veränderung der Umstände
Hoffen wir
Die Vorbedingungen zu schaffen
Für die Veränderung
Aller

Ein „neuer Mensch“
Für eine
„neue Gesellschaft“
für eine
„neue Welt“
Glaubt ein Jemand
Glaubt ein Mensch
Glaubt eine Gesellschaft
Glaubt eine Welt

Meine Gedanken flitzen
Von Ecke zu Ecke
Von Fenster zu Fenster
Sie drehen sich
Sie ringen um mich
Sie sind weg

Nichts so fassbar
Wie nichts
Das so fassbar ist
Wie nichts
Das so fassbar ist
Wie du

Keine Strömung
Ohne Gegenströmung
Keine Strömung
Ohne Wasser
Keine Mühen
Werden blasser
Wenn wir laufen
Bleiben wir nicht stehen
Wenn wir denken
Lernen wir sehen.
Sagst du
Chaos
Ein Durcheinander mit Namen
Ist besser 

Als ein Durcheinander
Ohne Adresse
Ohne Ziel
Ohne Verbessern 

Eine Veränderung
Ist besser
Als ein Bestehen
All dessen
Das Durcheinander bestehen lässt
Ohne Benennen
Ohne Fragen
Mit dem Kennen
Der Grenzen
Und selbst träumen
Ist nur ein Privileg
Denn wir bleiben
Beim aufräumen

Ein Rückbesinnen
Ist besser
Wenns ein Besinnen ist
Ohne Angst
Ohne Gestern
Ohne Bleiben
Ohne Vergessen
Ein Erinnern
Mit Verändern

In meinem Kopf
Herrscht Anarchie
Keiner hört mehr auf mich
Und ich
Ich hör nicht mehr hin
Wenn meine Kopfstimme spricht
Wenn mein Gewissen mich anblickt
Wenn meine Hände zittern
Wenn meine Augen tränen
Wenn mein Herz bricht
Schau ich weg

In meinem Kopf
Herrscht Anarchie
Jeder für sich
Und das ist okay
Aber passt auf euch auf
Sei kein Individualist
Sage ich
Zu meiner Kopfstimme
Zu meinem Gewissen
Zu meinen Händen
Zu meinen Augen
Zu meinem Herz

In meinem Kopf
Herrscht Nichts
Der kleine Anarchist
Hat aufgegeben
Sich ergeben
Ich sage
Das ist okay
Mach ne Pause
Aber ergib dich nicht
Denn Ich brauche dich
Kopfstimme
Gewissen
Hände
Augen
Herz

Ich brauche
Licht
Sagt der kleine Anarchist
Hat die Augen zu
Und legt sich hin
Und hört dabei
Wie du singst
Sagt ich komme
Wenns was bringt
Sagt ich komme
Zu dem Kind
Sagt ich komme
Bis dahin
Und dann springt es
Aus dem Sinn

Und winkt
Wacht auf
Und singt
Ein Blick auf die Zusammenhänge
Und wir Begreifen
Wie wir alle zusammenhängen
und damit schaffen wir
das Schaffen als Voraussetzung
Für eine Änderung

Der Zusammenhänge
Weil meine auch deine sind.
Begreifst du?
Sage ich
Zu meiner Kopfstimme
Zu meinem Gewissen
Zu meinen Händen
Zu meinen Augen
Zu meinem Herz


Und der kleine Anarchist schaut mich an
und gibt  
der großen Anarchistin die Hand.

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