Ausgabe #110

Aus der Chefredaktion: Einander brauchen

15.04.2018 - Alia Hübsch-Chaudhry

Liebe Autorinnen und Autoren, liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir morgens aufstehen und auf unser Handy blicken, um über das Internet die digitale Post zu empfangen, dann zum Waschbecken gehen, um mit sauberem Wasser unser Gesicht zu waschen, wir unseren Kleiderschrank öffnen, um einen wettergerechten Mantel auszusuchen, wenn wir zum Bäcker gehen, um frische Brötchen zu kaufen oder den Herd anschmeißen, für ein paar gebratene Spiegeleier, da ist uns oftmals gar nicht bewusst, von wie vielen Produzenten, Händlern und Dienstleistern, von wie vielen Mitmenschen wir tagtäglich abhängig sind. Sie machen unseren Alltag schön, bequem und sicher.

Wir pflegen einen Lebensstil, der auf Kooperation aufbaut. Auf persönlicher sowie auf gesellschaftlicher Ebene. Die einen können etwas gut, die anderen nicht so gut und die einen manches besser als die anderen. Das schafft Gemeinsinn. Auf uns allein gestellt wären wir als Spezies wohl nicht überlebensfähig, weil es in der freien Wildbahn schnellere, stärkere und robustere Lebewesen als uns Menschen gibt.

Rassisten, Nationalisten, Unterdrücker und Egoisten, die unser kooperatives Miteinander gefährden, wollen uns weis machen, dass sie unser Gemeinwohl im Sinn haben. Doch konsequent zu Ende gedacht und ausgelebt mündet das in Rückschritt, Krieg und Selbstzerstörung. Leider gibt es viele Menschen, die diesen Bluff nicht durchschauen. Und schade, dass einige das, was sie haben, nur zu schätzen wissen werden, wenn sie es nicht mehr haben. Martin Luther King Jr. sagte einmal treffend: "Wir müssen lernen, entweder als Geschwister miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen".

In diesem Sinne lade ich euch herzlich dazu ein, die neue MILIEU-Ausgabe zu studieren. Unser Kolumnist Tariq Hübsch macht sich Sorgen über die internationale Poltik und denkt etwa darüber nach, wie künftige Generationen auf die Ursachen eines dritten Weltkrieges blicken werden. Der Philosoph Dr. Christoph Quarch plädiert für die korrekte Anwendung des internationalen Rechts im Syrien-Konflikt und im Buchauszug des Autors Rüdiger Voigt werden die Grenzen unserer Arroganz der Macht aufgezeigt. Aber das ist natürlich wieder längst nicht alles...

Ich wünsche euch eine ergiebige MILIEU-Lektüre!


Beste Grüße,

Alia Hübsch-Chaudhry,

Chefredakteurin

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