Gedicht

Der Nebel der Erinnerung

01.12.2017 - Bele Krüger

Wie sanfter Nebel 

legte sie sich 

um mich.

Sanft und sacht 

und kaum merklich.

Und kaum merklich 

machte mich dieser Nebel 

klamm.

Denn was aus der Ferne 

so schön und schleierhaft 

wundervoll erscheint,

ist in Wahrheit feucht 

und zieht einen

mit seiner kaum merklichen 

aber diffus großflächigen Art

nach unten, 

so dass jede Berührung 

zwar schön erscheint 

aber in Wahrheit 

Trägheit und 

schleichenden Verfall 

bedeutet.

Ich spüre bereits

wie nicht nur meine Umgebung,

sondern auch meine Kleidung

vollgesogen ist,

mit diesem tückischen Schleier.

Und ich renne

um diesem Umfeld 

der Erinnerungen zu entfliehen.

Und entblöße mich, 

um meiner 

vollgesogenen Kleidung 

ledig zu werden.

Und mit einer Klinge

schneide ich

mein Haar, 

ganz kraus und wellig 

von den Fängen 

des Nebels. 

Und ich trenne 

mich 

von allem

Gold. 

Und von jedem 

Schatz, 

den ich 

je trug. 

Und so stehe ich 

da, 

wie neugeboren.

Es ist hell 

und grell 

und das Licht 

blendet mich. 

Ach, wie war es 

wohlig warm, 

in den kalten Fängen 

des Nebels 

der Erinnerung.

Ach wie ist es

grell und stechend

im vollkommenen

Augenblick

des 

Jetzt.

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