Gedicht

Die Zeiten ändern sich

01.02.2018 - Eva Vos

Kinder sitzen auf dem Sofa.

Stöpsel im Ohr und Smartphone in der Hand.

Früher wollten alle ein Mofa.

Heute sind sie ohne Netzt außer Rand und Band. 

Sie chatten, sie zwitschern und posten ein Selfie.

WhatsApp löst das gute alte äh, wie heißt das, na wie,

ach, das gute alte Telefon ab, wir hatten noch Kabel.

Das ist Schnee von gestern, wie Kain und Abel. 

Dann summt es, vibriert wie von Geisterhand.

Ruhe nicht stören, ich skype gerade.

Ich sah noch wie mein Kind in seinem Zimmer verschwand.

Oh, hätte gerne gelauscht, wirklich schade. 

Sie tippen so flink auf unsichtbaren Tasten, 

verschmieren mit ihrem Fett den ganzen Kasten. 

Meine Tochter schreit: „Nein, das heißt Display, du bist halt schon alt.

Wenn ich dich anschaue, du stirbst bestimmt bald.“ 

So viele fremde Vokabeln, da komm ich bald nicht mehr mit.

Twitter und Co sind für mich wirklich ein Graus.

Meine Kinder sind in dieser Hinsicht immer einen Schritt

voraus, sie kennen sich automatisch mit dieser Technik aus. 

Sie bekamen es in die Wiege gelegt, die digitale Welt.

Heute wird im Internet per Knopfdruck bestellt. 

Dass der Sparmarkt um 12 Uhr Mittagspause machte.

Und samstags schloss, als ich das erzählte, da lachte

meine Tochter und bestellte sich ein paar neue Schuhe.

Auf meinem Konto! Ich konnte es kaum glauben.

Doch lass mich jetzt mit diesem Thema in Ruhe. 

Nicht nur Computer können mir meinen letzten Nerv rauben. 

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