Gedicht

Meeresglück

15.10.2017 - Tooba Qaiser

Einst ging ein Mann in die weite Welt,
die Lust nach Abenteuer hat ihn bewegt,
die Flucht vom Heim tat ihm nicht weh,
zu laut war der Ruf aus der fernen See

Es war die blaue Herrschaft, die ihn betörte,
ein Rausch der ihn nicht von der Geliebten löste,
denn blau waren ihre Augen und ihr Wesen reich an Liebe,
als ob im sanften Farbenspiel ihres Blickes jegliche Weisheit ruhte

Er glitt tapfer über die Gefilde des Meeres,
und trotzte jeden Sturm des flüchtigen Begehrens,
nach Begierde, Lust und Eitelkeit im Leben,
nach Musik und Gesellschaft, der Reichen Fluch und Segen

Denn die Einsamkeit ist’s, die verleiht dem Gewissen Mund,
wie der erste Vogel, der zwitschert in der Morgenstund,
und mahnt zu schauen nach vorn und zurück,
Denn am Horizont allein weilt kein Glück

Aus der Tiefe des Meeres steigt empor die Wahrheit,
die als Perle in der Muschel thronende Schönheit,
gibt Puls den Wogen, die umspülen das Herz,
und geben Kühle und Erfrischung dem treuen Seelenschmerz

Dann wird die Sonne zum Seraphen,
Für die Wellen des Meeres,
und macht matt das Geliebte,
im Glanz des Schwertes

Auch schweigt die Zeit still,
einst der König im All,
und neue Liebestöne erklingen,
die besiegten den Verfall

Das ist das Glück,
das zu berichten,
ich schrieb diese Zeilen,
auf dass einer mag finden darin,
Hoffnung und Belehrung für sein Leben

Am Ende will der Seemann nur noch einen Rat mitgeben:
eine Weisheit alt bekannt und allzu häufig gern verdrängt

Unglücklich sind nur jene,
die Glück suchen in der Welt um sich herum,
doch der Weise treibt im Meer des Glückes
und macht die Welt glücklich rundherum

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