Gedicht

Mein Alles im Nichts

15.04.2018 - Qamar Mahmood

Als die Morgenröte sich in Dämmerung verwandelte.
Der Gesang, der in unendlicher Stille ertrank.
Vom Regen, der sich im Wüstensand verirrte.
Die Knospen, die sich von den Jahreszeiten lösten.
Alles vergangen, alles verloren.
Doch Du warst bei mir, als nichts mehr bei mir war.

Manchmal gehe ich, manchmal nur mein Atem.
Mein Herz schlägt leise, um dich nur für mich herbeizurufen.
Unsere Welt verschlingt mich mit ihren Wünschen und Träumen.
So wage ich nicht zu wünschen und schon gar nicht zu träumen.
Von Deiner Gegenwart und dem Beben, das es verursacht.
Du warst bei mir, als nichts mehr zu spüren war.

Grelles Licht bricht durch Wolken, sie weichen unentwegt.
Es erreicht mich und tausend fremde Augen.
In all den Spiegeln erkennt man tausende wie mich.
Ich suchte dich in den Spiegeln aller finsteren Formen.
Ein Klopfen erinnert mich und mein Herz täglich.
Dass Du bei mir bist, als nichts mehr zu sehen war.

Sind es meine Augen die schlafen, oder bin ich das.
In Träumen schwebe ich schlaflos in leeren Räumen.
Ein Echo sagt, du kannst nicht lieben, was nicht bei dir ist.
Das Gefühl sagt, alles ist bei dir, was du liebst.
Verwirrt von dem Echo und verloren in den Gefühlen.
Weiß ich dass Du bei mir bist, als nichts mehr zu lieben übrig war.

Ich forme meine Hände wie einen Brunnen.
Gefüllt mit kaltem, klarem, farblosem Wasser.
Jahre vergehen, ohne einen Tropfen zu verlieren.
Mein Leben lang trage ich das Meer auf dem Schoß.
Als der letzte Atemzug verdunstete, weiß ich nun.
Dass Du auch in den verlorenen Tropfen bei mir warst.

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