Gedicht

Steinpilz

01.09.2017 - Werner Thieke

An einer Lichtung zwischen Holz,

ein Steinpilz steht dort, voller Stolz.

Im Moos auf einer feuchten Halde,

verweilt er ganz allein im Walde.

 

Ein Sonnenstrahl leuchtet ihn an,

wovon er mächtig angetan.

Was aber nutzt mir Sonnenschein,

steh‘ ich doch hier im Wald allein.

 

Drum schaut er nach in grünen Ecken,

ob sich noch Pilze hier verstecken

und wahrlich halb vom Laub bedeckt,

just ein paar Fliegenpilze er entdeckt.

 

Mit weißem Hemd und rotem Hut,

winken sie voller Übermut.

Voll Hochmut gegen den niedren Herd,

denkt er, die sind den Pfifferling nicht wert.

 

Mit spöttisch, arroganten Blicken,

zeigt er der Clique seinen Rücken.

Die sind nicht Edel und nicht Rein,

nein – lieber steh‘ ich hier allein.

 

Heimlich sieht er zur Pilz Brut rüber,

und denkt, welch‘ schändliches Kaliber.

Ja, Röhrling, Täubling – also edle Rassen,

die würden eher zu mir passen.

 

Wie er so sinnt, da kommt ein Mensch daher,

ein Jägersmann mit Schießgewehr.

Der denkt, welch edler, fetter Laib,

den bring ich Heim, freut sich mein Weib.

 

Das Fazit:

Sei bescheiden – nur nicht dumm,

dann stehst Du nie allein herum.

Tu dich nicht Groß, du siehst es eben,

dann bleibst auch Du länger am Leben. 

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