Kurzgeschichte

Das Kartenspiel

01.02.2021 - Andy Hagel

Sie sassen an ihren Tischen und hielten die Karten in den Händen. Lauthals schrien sie sich an und überboten sich. Lautes Lachen lies die Nacht in bunte Sterne tauchen.

Einer an den Tischen hatte davon gehört. Vier Könige auf der Hand und ein As im Ärmel wusste er davon.

Die Sternzeichenmaschiene der alten Katholiken drehte sich immer noch. Man hatte das Land im Krieg niedergebrannt, doch es war beinahe wie immer.

Der Mond stieg an den Himmel und die Sterne drehten sich durch die Nacht.

Ein altes Band wehte, die Menschen verbindend, im Wind.

Traurig hatte er die Straße betreten. Die Straße des Lebens. Nun zog er einsam durch die Nacht.

Die Zeit der Könige war lange vorbei und damit wohl auch die Zeit der Tafelrunden.

Früher hatte man in jedem Wirtshaus Tafelrunden aufgebaut und Spiele gespielt, dann kam das Telefernsehen. Die Menschen blieben daheim und ihre Träume verloren sie vor der Glotze.

Keiner interessierte sich für das Schicksal, besonders das anderer und keiner drehte an der Sternzeichenmaschiene. Schritt für Schritt ging es durch die Nacht.

In Zeiten der Romantik waren die Ersten noch mit Bierschaum getauft worden, heute erinnerte sich kaum noch jemand.

Die Häuser hier oben auf dem Berg sahen Alt und baufällig aus..

Den Bewohnern blieb nur ihr Tagewerk und die Hoffnung, auf ein besseres Leben.

Unter einer Gaslaterne blieb er stehen, vor ihm lagen ein paar Spielkarten auf der Straße, nun hob er eine nach der anderen auf. 

Inmitten der Stille der Nacht, unter Millionen von Sternen oder eben dem Licht der Gaslaterne, zählte er seine Karten, fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, viele fehlten nicht.

Er sah sich um, ob er nicht eine vergessen hatte, und sortierte sie. Vier Könige und ein As fehlten und noch wusste er nicht, dass er bald durch die vier Königreiche wandern würde.

Das des Frühjahrs, des Sommers, des Herbstes und des Winters.

Das manche Menschen glaubten, sie seien eine Spielkarte im Spiel des Lebens brauchte man ihm nicht zu sagen, er hätte es nicht verstanden. 

Das Leben, so dachte er, sei kein Spiel.

 

 

Autoren benötigen Worte.
Worte benötigen Zeit

Spenden & Unterstützen