Gedicht

Der Kaktus

15.12.2018 - Werner Thieke

Ich liebe die Natur gar sehr,
drum muss jetzt flugs ein Pflänzchen her.
Ich wollt‘ auch keine Zeit verlieren,
es sollte ja mein Stübchen zieren.

Ich komm im Gartencenter an,
und denke gleich - Oh man, Oh man.
Umgeben von der Pflanzenwelt,
seh ich nur rot, blau, grün und gelb.

Ratlos schau ich ins Blumenmeer,
mich deucht, hier muss ein Gärtner her.
Vorbei kam einer mit ‘ner Kanne,
zu gießen eine Edeltanne.

Dem trug ich vor, was mein begehr,
gleich trabt er los, dicht vor mir her
und mit Bravour, da gibt’s kein halt,
verschwand er flugs im Blätterwald.

Schleift mich durch viele enge Gänge,
mir wird ganz bang bei dem Gedränge,
dann wird es nass und immer nasser,
mit einem Bein steh ich im Wasser.

Endlich, vor uns ein großer Raum,
ein riesengroßer Blumen Traum.
Ich sehe Pflanzen, die ich gern hätte,
so bunt wie eine Farbpalette.

Ratlos, wie ein kleiner Bube,
was passt denn nun in meine Stube?
Im Topf, im Krug, mit Henkel - wie ein Ohr
ich kam mir ziemlich dämlich vor.

Plötzlich, Gedränge und Geschrei,
‘ne Schüler Gruppe zieht vorbei.
Der Bio Lehrer, ganz verzückt,
erklärt die Pflanzen – Stück für Stück.

Als wieder Ruhe eingekehrt, denk ich,
was ist so ’n Blümchen mir denn wert?
Ich wollt gerad ein Preis erfragen,
da spür‘ ein krabbeln ich am Kragen.

Verflucht noch mal, was für’n Getier,
versteckt sich denn so dreist bei mir.
bis einen Käfer ich entdeck,
doch Schwupps, da war er wieder weg.

Plitsch, Platsch, da wird es feucht mir auf dem Kopf,
weil was von oben runter tropft.
Der Sprinkler hat ein kleines Leck,
was ich soeben hab entdeckt.

Mein Stimmungsbarometer sank
dies alles hier das macht mich krank.
Ich wollte weg von diesem Ort,
da sah ich was auf einem Bord.

Verwurzelt tief im Kies dort stand,
recht trocken, wie im Wüstensand,
ein Kaktus nicht sehr groß, eher klein
und lacht mich an – ja der ist mein.

Zu Haus auf meiner Fensterbank,
steht er als Säule rank und schlank.
Mit seinen Stacheln lang und spitz,
gleicht er ‘nem Igel, ‘s ist kein Witz.

Und später, wenn der Mond erwacht,
blüht er in seiner ganzen Pracht.
zeigt mir sein schönstes Blütenkleid,
da werden mir die Augen weit.

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