Gedicht

Der Nussknacker

01.12.2018 - Werner Thieke

Frei nach einem Weihnachtsmärchen von E.T.A. Hoffmann

Geschichten gibt’s, du glaubst es kaum,

dann hör gut zu, es ist kein Traum.

Stahlbaum, die Familie heißt

und ihr erscheint ein Weihnachtsgeist.

 

Dezember ist‘s im Stahlbaum Haus,

man schaut gespannt zum Fenster raus.

Die Uhr schlägt sechs, man ist bereit,

Die Gäste komm‘ – s‘ ist Weihnachtszeit.

 

Allen voran zur Weihnachtsfeier,

erscheint der Onkel Drosselmeyer.

Die Kinder lieben diesen Mann,

weil er gern schenkt und zaubern kann.

 

Die Clara – Tochter im Stahlbaum Haus,

packt ihr Geschenk auch sofort aus.

Sie zeigt ihn her, ganz voller Stolz,

den Nussknacker aus buntem Holz.

 

In Uniform steht er parat,

ganz Militär, halt ein Soldat.

Und mit Bedacht zeigt er gleich an,

wie man die Nüsse knacken kann.

 

Ihr Bruder Fritz, ist sehr gewandt,

nimmt eine Nuss in seine Hand.

Nicht nachgedacht –Ach, hätt er bloß,

denn diese Nuss ist viel zu groß.

 

Das Unglück naht mit schnellem Schritt,

kaum jemand kriegt es richtig mit. Krabum –

es splittert, eins, zwei, drei,

jetzt ist der Nussknacker entzwei.

 

Was nutzt es noch den Fritz zu schelten,

für Clara brechen ganze Welten.

Sie macht fürs Bett sich bald bereit

und sucht im Traum die Wirklichkeit.

 

Die Uhr schlägt eins, Clara erwacht,

im Wohnzimmer hat‘s laut gekracht.

Ganz überrascht dem Schlaf entrissen,

verlässt sie Bett und warme Kissen.

 

Im Zimmer dann gleich nebenan,

sie sieht, was sie kaum glauben kann.

Der Nussknacker, lebend erwacht,

hat grad den Mäusekönig umgebracht.

 

Die Zauberfee der Weihnachtsnacht,

hat dieses Wunder hier vollbracht

und heimlich vor des Weihnachts-Toren

den Nussknacker zum Prinz erkoren.

 

Er tanzt mit Clara Hand in Hand,

ins zuckersüße Märchenland.

Ins Königreich der Süßigkeiten,

darf sie ihn traumhaft nun begleiten.

 

Es geht Reih um – von Saal zu Saal,

tanzt sie mit ihrem Prinz Gemahl.

Das alles, ja sie spürt es kaum,

ist wie Musik in einem Traum.

 

Es klingt – fast kommt‘ s ihr Spanisch vor

und auch arabisch tönt es ihr im Ohr,

chinesisch dann voll Eleganz,

con presto ist der Russen Tanz.

 

Doch das ist lange nicht das Ziel,

Rohrflöten tanzen zart zum Spiel,

gefolgt vom Tanz der Pulcinellen,

schlägt jetzt der Blumenwalzer Wellen.

 

Den Traum noch nicht am End ich seh,

jetzt tanzen Prinz und Zuckerfee,

bis dann beim letzten Walzer –

seht, dass herrlich bunte Schlussbild steht.

 

Am nächsten Tag vom Traum erwacht,

aus Claras Sternen-Glitzer-Nacht,

steht in des Baumes Lichterglanz,

der Nussknacker - vollkommen ganz.

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