Afghanistan-Krieg

Deutschland - das Land der ignorierten Soldaten

27.08.2013 - Shaheryar Mirza

Sicherlich mag der Krieg in Afghanistan in Bezug auf den deutschen Afghanistan-Einsatz kontrovers sein. Es mag für oder gegen diesen Einsatz, neben Schein-, Pro- und Kontra-, Argumente geben. Egal welche Position man vertritt oder hinter welchen Argumenten sich Politiker verstecken. Wie wir über diesen Einsatz morgen denken werden, wissen wir heute nicht.

Politik und Medien scheinen außerhalb der Wahlkampf-Zeiten, nach jedem Anschlag - der auf oder von der Bundeswehr verübt wird - immer wieder in Ohnmacht zu fallen. Der einfache Bürger wird nostalgisch, wenn er sich dem Kampf der Argumente hingibt. Daraus bildet sich eine antagonistische Struktur: Der Afghanistaneinsatz wurde von der Mehrheit des Parlaments, (die die Mehrheit der Bevölkerung spiegelt) immer wieder neu genehmigt, zeitgleich aber gemäß zahlreicher Studien von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. In dieser prekären Phase jedoch gibt es einen Verlierer, der feststeht: der deutsche Soldat, der seitens der Bevölkerung ignoriert wird.

 

Bekanntlich werden Bürgerinnen und Bürger eines Landes aus verschiedensten Gründen Artilleristen. Neben Geld spielt auch oft eine Liebe zum Vaterland eine gewichtige Rolle. Ich selbst, ein Emigrant aus Pakistan, musste einfach einsehen, dass ich Deutschland gegenüber eine gewisse Verantwortung gerecht werden sollte, auch wenn ich vergleichsweise nur den Wehrdienst ableistete. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass man zu einem Werkzeug wird, das von einer Hand (die Politik) bedient wird, auf die man keinen Einfluss hat.

 

Und wenn wir als Bürger etwas gegen politische Entscheidungen auszusetzen haben, sollten wir nicht unseren Frust durch stillschweigende Ignoranz an diejenigen auslassen, die dies nicht entschieden haben. Die Soldaten sind es, die bereit sind, diese Entscheidungen, die wir durch unsere Kreuze am Wahlabend auch mitbestimmen, mit ihrem Leben zu bezahlen und nicht wir!
Ich plädiere nicht für Patriotismus und weiß aus eigener Erfahrung, dass das Think Tank der Bundeswehr, die letzte Instanz in Deutschland wäre, die dieses Interesse hätte. Aber wenn wir der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Unmengen zujubeln können, egal ob sie siegreich oder verlierend nach Hause kommen, wieso können wir dann nicht ansatzweise die schwarz-rot-gelben Farben schwenken, wenn unsere Soldatinnen und Soldaten heimkehren?

 

Foto: © Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland

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