Buchauszug

Die Gesellschaft als Alkoholdealer

15.12.2018 - Catherine Gray

In Matrix gibt es eine Szene, bei der einem als Zuschauer der Kinn¬laden runterklappt. Diese Szene drückt für mich exakt aus, wie es sich anfühlt, wenn man sich von unserer alkoholzentrierten Gesell-schaft abkoppelt. Ich rede von dem dystopischen Panorama, wenn die Kamera auf die endlosen Felder hält, auf denen Menschen – angeschlossen an eine Computersimulation, die ihnen eine illusorische Wirklichkeit vorgaukelt – als Energielieferanten gezüchtet werden. Es dauert ungefähr ein Jahr, sich von der Alkohol-Matrix abzukoppeln, aber hat man es einmal gemacht, dann fühlt es sich genauso an wie diese Szene, wenn man seinen Blick zurückwendet und all die starken Trinker sieht – schockierend, deprimierend und verstörend.

»Entsetzlich, man gaukelt diesen Leuten etwas vor. Das hat doch mit dem wirklichen Leben überhaupt nichts zu tun!« Aber als Nichttrinker gehören Sie einer Minderheit an. Und manchmal artet es zu einem regelrechten Kampf aus, nüchtern zu bleiben, denn als soziale Wesen wollen wir mit der Herde mitlaufen. Wir möchten nicht anders sein. Wir möchten uns nicht vom Rudel lösen. Wir möchten mittendrin sein im Getümmel, wenn der Wind uns durch die Mähne streicht, wenn wir, umgeben von unseren Artgenossen, wiehernd durch den Staub der Steppe galoppieren.

Warum ist es so schwer, dauerhaft trocken zu bleiben? Weil die Gesellschaft sich als Dealer entpuppt. Wohin man auch guckt, überall wird man zum Trinken animiert.

Den Anstiftern aus dem Weg gehen

Sie schlendern eine Straße entlang. Draußen vor den Kneipen und Cocktailbars lesen Sie Schilder wie »Die Chemie beweist es: Alkohol ist die Lösung«. Oder: »Wenn Sie nichts trinken, wie sollen Ihre Freunde dann um zwei Uhr morgens wissen, dass Sie sie gut leiden können?« Ein weiteres Schild zeigt auf den Eingang einer Kneipe und verspricht: »Alk, Futter, Fun!« Per Umkehrschluss heißt das: Würde das Schild nach draußen weisen, also vor die Kneipe, dann steht dort das »wirkliche Leben« mit seinem langen, traurigen Gesicht. Die Werbung sagt uns also, dass wir Freude und Sinn nur tief im Glas finden. Tut sie das wirklich? Ich denke schon. Aber wenigstens bei Starbucks bin ich doch sicher? Denkste. Starbucks bietet neuerdings auch Wein an.

Aber wenigstens zu Hause bin ich außer Gefahr, oder? NEIN. Wir schalten den Fernseher ein...

[...] Alkoholkonsum wird dort selten mit seinen negativen Konsequenzen gezeigt. Diese TV-Serienfiguren, die den Alkohol eimerweise runterstürzen, geben kein wahres Bild davon, wie schwerer Alkoholmissbrauch tatsächlich aussieht. 

Die Zecher in Film und Fernsehen verlieren nie ihren Job, werden nie von ihren Partnern vor die Tür gesetzt, weil sie eine besoffene Zumutung sind, verlieren nie ihre Kinder an einen Gerichtsbeschluss und werden nie verhaftet, weil sie betrunken am Steuer sitzen. Sie gaukeln uns ein Märchenland vor, das die Leute vor den Bildschirmen vergeblich zu finden hoffen: ein Land, in dem der Wein in Strömen und ohne schädliche Nebenwirkungen fließt.

Lassen Sie mich Ihnen an dieser Stelle ein anderes Universum zeigen. Alicia und ihr Mann schnupfen zur Feier des Tages im Besprechungszimmer Kokain, weil sie den Wal eines Klienten harpuniert haben. Olivia wiegt verklärt ein »seltenes, komplexes, fantastisches« Crackpfeifchen in ihren Händen. Carrie wirft nach einem harten Arbeitstag an der Terrorbekämpfungsfront Ecstasy ein.

Stellen Sie sich diese Szenen einfach nur mal vor. Wie wäre es, wenn in diesen Serien der gewohnheitsmäßige Gebrauch von Drogen ohne Konsequenzen für Beruf, Freundschaften, Auffassungsgabe und das perfekte Aussehen der Akteure bliebe? Keine Chance. In »Fernsehland« hat der Konsum von Drogen stets gravierende Folgen. Alkohol ist die einzige Suchtdroge, die dort immer noch massiv verherrlicht wird.

Diese Botschaft brennt sich in unser Gehirn ein. Eine Studie hat gezeigt, dass die positive Darstellung von Alkohol in Film und Fernsehen die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zum Glas greifen, deutlich erhöht. Was nicht wirklich erstaunlich ist. Der Leiter der Studie sagte weiterhin, dass 80 bis 95 Prozent der Filme Alkohol in einem positiven Licht erscheinen ließen. [...]

Alkohol ist nicht mal ansatzweise gut für Sie

Ein Team von britischen Wissenschaftlern stellte 2009 die (lebhaft bestrittene) Behauptung auf, dass Alkohol gefährlicher sei als Crack oder Heroin und fast dreimal so tödlich wie Kokain oder Tabak.

Sie wiesen jeder Droge einen Wert zwischen 0 und 100 zu, wobei 100 für maximal schädlich stand. Alkohol erhielt auf dieser Skala einen Wert von 72 und belegte damit Platz eins. Auf Platz zwei landete mit deutlichem Abstand Heroin mit 55 Zählern, gefolgt von Crack mit 54, Crystal Meth mit 33, Kokain mit 27 und Tabak mit 26.

Prof. David Nutt, oberster Drogensachverständiger der britischen Regierung und einer der Autoren dieses Artikels, wurde einen Tag nach der Veröffentlichung gebeten, seinen Hut zu nehmen. Die britische Regierung war höchst erzürnt, die Gründe dafür blieben unklar. Im Gefolge dieses Skandals sagte Nutt öffentlich: »Meine Ansicht ist, dass wenn wir den Schaden, der der Gesellschaft durch Drogen entsteht, verringern wollen, Alkohol die Droge ist, um die wir uns als erste kümmern müssen.« Er benannte Alkohol also vor allen anderen Drogen, sogar vor dem gnadenlos das Gesicht zerstörenden Crystal Meth, als Suchtdroge Nummer eins.

Führen Sie sich die obigen Zahlen bitte noch einmal zu Gemüte. Lassen Sie sie wirken. Zigaretten sind sozial geächtet. Raucher werden zum Rauchen nach draußen verbannt. Kindern zeigt man schreckliche Bilder von Leuten mit Löchern im Hals. Zigaretten werden in Regalen verschlossen, statt sie wie früher offen in den Läden zu präsentieren. Obwohl Tabak nur zu etwa einem Drittel so schädlich ist wie Alkohol.

Liebende Eltern lassen ihre zwölfjährigen Kinder schon mal am Wein nippen, doch es würde ihnen nicht im Traum einfallen, sie an einer Zigarette ziehen zu lassen. Verantwortungsbewusste Erwachsene schmuggeln für Teenies Cider oder Bier auf Partys, würden aber niemals eine Line Koks mit ihnen ziehen. Dabei ist Kokain weit weniger gefährlich. In diesem Moment fällt mein Blick bei Facebook auf ein Bild mit einem Knirps, der eine Flasche Wein umklammert. Das Foto hat von meinen Freunden auf Facebook 67 Likes bekommen. An diesem Foto ist etwas grundlegend falsch.

Ein umfangreicher Bericht aus dem Jahr 2015 machte deutlich, warum die britische Regierung gar so erpicht darauf war, Prof. David Nutt und Kollegen zum Schweigen zu bringen. Dieser Bericht enthüllt, dass die Gesamtkosten (einschließlich der Kosten für Krankenkassen, Polizeieinsätze und Sozialversicherung), die dem Land durch Alkoholmissbrauch entstehen, sich auf 3,9 Milliarden Pfund belaufen. Dagegen spült der Alkohol dem Fiskus jährlich 10,4 Milliarden Pfund in die Kassen.

Abzüglich der Kosten, die für die Verbringung ins Krankenhaus, Polizeieinsätze und Sozialhilfezahlungen anfallen, verdient der Staat an Alkoholikern also immer noch gut 6,5 Milliarden Pfund. Ein stattlicher Profit, fürwahr. Damit dürfte klar sein, warum die Regierung nicht möchte, dass die Leute mit dem Trinken aufhören. »Halt’s Maul, Nutt!«

Und dann gibt es da auch noch Gelder, von denen wir nichts wissen. Gelder, die in den Korridoren der Macht ausgehändigt werden. »Vergessen wir nicht, dass die Alkoholindustrie der Regierung bedeutende Geldmittel zur Verfügung stellt. Die schädlichen Wirkungen von Alkohol werden immer verschwiegen werden«, sagt die Suchtpsychologin Dr. Julia Lewis.

Pseudoforschung

»Aber auf Facebook hat erst neulich jemand einen Link gepostet, dass Gin gut für die Gesundheit ist!«, höre ich Sie jetzt sagen. Was bedeutet das nun? Ich will ja jetzt nicht klingen wie ein gewisser Herr Trump, aber das sind schlicht Fake News.

»Die Bevölkerung wird nicht klar und verlässlich über die mit Alkoholkonsum verbundenen Risiken aufgeklärt«, erläutert Dr. Julia Lewis. »Das liegt zum Teil einfach daran, dass die eine Seite in dieser Kontroverse mit sehr viel lauterer Stimmer spricht als die andere. Die Alkoholindustrie ist sehr mächtig und hat Unsummen Geld zu ihrer Verfügung.«

Und was ist deren Daseinszweck? Richtig, der Verkauf von Alkohol. »Was tun Sie also, wenn neue Forschungsergebnisse bekannt werden, die darauf hindeuten, dass man Ihr Produkt vielleicht besser nicht kauft? Sie warten mit einem Gegenargument auf«, sagt Lewis.

»Es gibt gute und schlechte Forschung«, so Lewis weiter. »Das Erste, was ich bei einer wissenschaftlichen Veröffentlichung prüfe, ist, ob die beteiligten Forscher Verbindungen zu Organisationen haben, die ihre Interpretation der Ergebnisse beeinflussen könnten. Einer Studie, die von Budweiser gesponsert wurde und sich auf zehn Probanden stützt, misst man sinnvollerweise weniger Aussagekraft zu als einer Studie mit 500 Teilnehmern, die von unabhängigen Forschern durchgeführt wurde und deren Ergebnisse im Lancet publiziert worden sind.«

»Die meisten Leute aber wissen über solche Zusammenhänge nicht Bescheid«, so Lewis weiter, »und denken, was eine Boulevardzeitung wie die Sun bringt, sei trotz allem seriöse Forschung. Jedes Mal, wenn neue Forschungsergebnisse über die Risiken von Alkohol veröffentlicht werden, werden die sozialen Medien zuverlässig mit widersprechenden ›Forschungsresultaten‹ geflutet, die aus von der Alkoholindustrie gesponserten Studien stammen.«

Als zum Beispiel in Großbritannien die Empfehlung für den wöchentlichen maximalen Alkoholkonsum für Männer auf 14 Einheiten gesenkt wurde, habe es, so Lewis, »eine Flut von Gegenmeldungen auf Facebook gegeben. Doch wenn man sich die Mühe machte, das Kleingedruckte zu lesen, konnte man schnell feststellen, dass es dort immer Links zur Alkoholindustrie gab.«

Aber was hat es nun mit dieser Gin-Geschichte auf sich? »Nun, unter Frauen gibt es aktuell den Trend, gesünder zu leben – Yoga, Joggen, Pilates und so weiter. Ist es da ein Zufall, dass die Alkoholindustrie Gin plötzlich als kultiviertes Frauengetränk vermarktet? Wohl kaum. Selbst ein paar meiner Freundinnen, ansonsten durchweg vernünftige Frauen, machen diesen Unsinn mit.

Einmal ist mir wirklich die Galle hochgekommen«, erzählt Lewis weiter. »Kurz nachdem Alcohol Concern einen Bericht darüber veröffentlicht hatte, wie sehr Alkohol das Gehirn schädigt, war im Hausmagazin der irischen Pub-Kette Wetherspoon (eine echte Fachzeitschrift also!) zu lesen, all das Geschreibsel über Alkohol und Hirn sei nur ein Haufen Bullshit – der Artikel stammte von einer Person ohne jede wissenschaftliche Qualifikation! Da fragt man sich dann schon, wie diese Leute mit so was durchkommen!« [...]

Die Promillaganda-Maschinerie versagt

Glücklicherweise versagte die »Alkohol tut wohl, schnell ab ins Pub«-Pressemaschinerie wegen Kolbenfraß vorübergehend den Dienst, zumindest in Großbritannien. In einem Bericht des britischen Chief Medical Officers (des obersten Gesundheitsbeamten) aus dem Jahr 2016 heißt es: »Es gibt keinen Grad an regelmäßigem Alkoholkonsum, der als unbedenklich gelten kann.«

Ebenfalls 2016 stufte die Weltgesundheitsorganisation Alkohol zusammen mit Tabak und Asbest als Karzinogen der Gruppe 1 ein, also jene Gruppe, die für Menschen als krebserregend gilt. Wir wissen, dass Alkohol die direkte Ursache für acht verschiedene Krebserkrankungen ist. Und dass starker Alkoholkonsum Ihre Lebenserwartung um zehn bis zwölf Jahre reduziert. 

Ihr habt’s gehört, Leute. Alkohol verursacht Krebs. Das tut er wirklich. Und es gibt kein gesundes Quantum Alkohol. Punkt. Ende. Aus.

Auch die relativ gemäßigten Trinker kommen nicht ungeschoren davon. In einem Bericht der Boston University aus dem Jahr 2012 ist zu lesen: »Die Verringerung des Alkoholkonsums ist eine ebenso wichtige wie unterschätzte Strategie der Krebsvorbeugung.« Die Wissenschaftler wiesen nach, dass bereits ein regelmäßiger Alkoholkonsum von eineinhalb Gläsern täglich für »26 bis 35 Prozent der auf Alkohol zurückzuführenden Todesfälle durch Krebs verantwortlich ist.« Trotzdem glauben 90 Prozent aller Alkoholkonsumenten, dass kleine Mengen Alkohol unschädlich sind. Offiziell dürfen Sie pro Tag eineinhalb Gläser Alkohol (sofern Sie zu eineinhalb Gläsern Wodka oder eineinhalb Flaschen Bier greifen) trinken und bleiben damit innerhalb des von der Regierung empfohlenen Limits von 14 Einheiten pro Woche.

Indes hat eine Studie, die im British Medical Journey publiziert wurde, gezeigt, dass schon nur zwei Flaschen Wein pro Woche Ihr Gehirn schrumpfen lassen. Magnetresonanztomografien (MRT), die an 550 Versuchspersonen über einen Zeitraum von 30 Jahren durchgeführt wurden, brachten einige überraschende Ergebnisse. Nur 35 Prozent der Abstinenzler zeigten über diesen Zeitraum einen verkleinerten Hippocampus (der für das Lernen und das Gedächtnis verantwortlich ist). Dagegen war das Volumen des Hippocampus bei 65 Prozent der Probanden, die wöchentlich zwischen 14 und 21 Alkoholeinheiten zu sich nahmen, reduziert. Damit sind frühere Behauptungen, dass ein Gläschen täglich helfen könne, das Hirn zu schützen, widerlegt. Dr. Killian Welch, seines Zeichens Neuropsychiater, schrieb, die »Befunde untermauern das Argument, dass Trinkgewohnheiten, die von vielen als normal betrachtet werden, in Wahrheit nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit haben«.

Wenn Sie Ihr Krebsrisiko senken wollen und Ihr Gehirn Ihnen lieb und teuer ist, heißt die klare Ansage: totaler Alkoholverzicht. Genauso, wie Sie die Finger von Zigaretten lassen und keine Asbestfasern einatmen sollten.

Ich habe immer große Sprüche geklopft, dass ich jung sterben und einen adretten Leichnam hinterlassen wolle. Fakt ist aber, dass all die kleinen körperlichen Fiesheiten schon mit 55 losgehen und nicht erst mit 65. Wenn Sie nicht auf sich achtgeben, verlieren Sie zehn gute Jahre und sterben einfach nur früher, statt sich die miesen Jahre am Ende Ihres Erdendaseins zu ersparen. Sie machen nicht wüst Party und kippen mit einer Wunderkerze in der Hand und einem Grinsen im Gesicht unvermittelt tot um. Sie machen wüst Party und sterben schon lange vor der Zeit langsam, aber sehr sicher. Und garantiert nicht auf einer Party mit einem Glitzerhütchen auf dem Kopf.

Trotz aller Beweise, dass Alkohol Krebs verursachen kann, zeigte eine Umfrage aus dem Jahr 2016, dass die Hälfte der Briten Alkohol nach wie vor nicht mit Krebs assoziiert. Denken Sie mal über Folgendes nach: Die Briten sterben mit fünfmal größerer Wahrscheinlichkeit an den Folgen ihres Alkoholkonsums als bei einem Verkehrsunfall. Wir befolgen die Anschnallpflicht wie ein religiöses Gebot und kaufen Autos mit Front-, Kopf-, Seiten- und wer weiß was noch für Airbags. Den Schurken an unserer Seite jedoch, der uns mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit ins Grab bringt, den ignorieren wir geflissentlich.

Ein verbreiteter Mythos: Nüchternsein ist trist

Trinken wird als sozialer Kitt gefeiert, Nichttrinken als gesellschaftlicher Selbstmord diffamiert. Tippen Sie nur mal »nüchterne Meme« bei Google ein, und Sie bekommen Resultate wie: »Nüchtern sein ist ... das, was Langweiler und/oder Pleitegeier am Wochenende machen.« Oder: »Gute Freunde lassen ihre Kumpels nicht ewig nüchtern herumsitzen.« Solche »Nüchternsein ist trist«-Botschaften haben ihre heimtückischen tentakelartigen Fänge tief ins Denken der Gesellschaft geschlagen.

Versuchen Sie es doch mal mit einem kleinen Experiment. Stellen Sie sich vor, Sie sind Sozialwissenschaftler und betreiben Feldforschung. Zu diesem Zweck durchqueren Sie die Straßen einer beliebigen Großstadt um zwei Uhr morgens. Wenn Alkohol wirklich das Glückselixier ist, das man uns stets anpreist, dann müssten ja diejenigen, die am meisten getrunken haben, auch den größten Spaß haben, nicht wahr? Stattdessen kotzen sie einsam und von ihren Freunden verlassen in einen Hauseingang. Oder kauen an Kebab herum wie Zombies an Leichenteilen.

Sehen Sie das Mädchen, das unbedingt in dieses Taxi steigen will, das gar keines ist? Die Leute, die auf die Straße und vor hupende Autos torkeln? Die heulende junge Frau, die ihre Freundinnen zu trösten versuchen? Die Menschen, die in diesem albtraumartigen Panorama noch den Eindruck machen, als hätten sie Spaß, sind die, die am wenigsten Alkohol konsumiert haben. Was sagt uns das? Dass Alkohol kein Freudenspender, sondern ein Spaßtöter ist.

 

Dies war ein Textauszug aus "Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein" von Catherine Gray; S. 305-329.

 

Autoren benötigen Worte.
Worte benötigen Zeit

Spenden & Unterstützen