Gedicht

Die Nacht ist lang

15.03.2019 - Bele Charlotte Krüger

Es ist Nacht. Ich schaue auf die Straße.
Die kühle Nachtluft tut gut. Sie erfrischt mein Zimmer und meine Sinne.

An den Fenstern kleben dunkle schwarze Schatten: Vögel.
Was verbirgt sich dahinter?
Zugezogene weiße Vorhänge.
Und was verstecken diese?
Ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren,
Dunkelheit umhüllt den Schleier.
Und in der Ferne hört man rauschen, vielleicht den Fluss.

Die Nacht ist klar, die Sterne schauen auf sie herab und leuchten.

Wer hat den Mond gestohlen?

Die andere Seite.

Auf der anderen Seite, würde ich dort hinausschauen, könnte ich ihn vielleicht erblicken.

Vielleicht.

Doch ich schaue dort nicht hinaus.

Schaue nur auf die leeren Schatten,
auf die Konturen von Vögeln,
die keine sind.

Die Nacht ist lang
und kurz ist unser Leben.

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