Kurzgeschichte

Die Welt

01.03.2014 - Michael Peter Künne

Ein Geben und Nehmen, ein Verstehen und Entstehen. Im Lauf der Zeit, im Glanz der Unberechenbarkeit erwacht sie aus tiefem Schlaf, welches unser morgendliches Antlitz gleicht.

Ich frage ganz gewiss, ist gemachte Erfahrung heute, die jeder morgen schon vergisst? Ist der helle Schein der Sonne, ein Schein von beständigen Sein? Ist das Glück, verpackt als glänzendes Stück, was gebührt jedem, der durch Leistung beglückt und durch sich selbst - ist verzückt? Wir sind gerissen in Stücken. Wir werden vermissen als wir noch Kinder waren, wo kleine Spielwaren die Welt waren, wo Freude einen Namen trug, wo im Schlaf heimlich unser zierlicher Körper wuchs. Es ist geflossen Blut und Schweiß, brutale Taten gelaufen, ohne dass irgendjemand davon weiß. Die Menschheit, getrieben von Trieben, verlaufen nach Zielen, vielfach getreten die Würde, überstanden so manch schwere Hürde. Bis zur Asche verkohlt, von tief unten hinauf geholt. In Stunden gezählt, in Tagen gequält, entsteht in faszinierender biologischer Einzelheiten, ein Kind, geboren und bestimmt, für das Elend dieser Dreistigkeit. In Hoffnung und Schimmer, wird es teilweise schlimmer, die Bildung wird bestimmen, wofür wir uns besinnen. Wir weilen und teilen, ein Leben lang. Lasst uns ziehen, gemeinsam, alle an einem Strang. Da ist es, nun geschafft, das Leben gegangen, viel gelacht und an unsere Stärken gedacht, nun selbst tief hinab, das Licht vergangen, tief im Grab, die letzte Rose geworfen - zu gemacht. Bedeckt von dunkler Erde, vergraben unter Sterne, gelaufen ist die Zeit, wir sind ab jetzt Vergangenheit, die Welt wird sich weiter drehen, wir werden weiter auf ihr stehen. Die Welt, ohne uns, unaufhaltsam - weil sie weiter muss. Denkt zurück. Momente voller Farbe, gemeinsame Lichter, eine Gabe. Entscheidend, war nicht das Geld. Entscheidend war nicht der Held oder wie man sich als einzelner Mensch verhält. Entscheidend war nicht ob man zusammen hält oder einander zerfällt. Entscheidet war nur worauf man steht und sich verlässt, es war allein die kleine, aber dennoch - einzigartige Welt.

 

 

 

 

 

Foto: © Dreaming in the deep south

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