Gedicht

Ein anderes Leben. Eine andere Welt.

15.02.2015 - Qamar Mahmood

Barfuß auf dem warmen Asphalt,
mit aller Zeit der Unendlichkeit,
dem ewigen Duft des Sommers entgegen,
der Langeweile stets davon,
trugen uns die kleinen Schritte,
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Schweißgetrübt durch Hitzewellen
und ungetrübter Heiterkeit,
den Rufen der Freunde hörend,
folgte ich ohne jeden Zweifel,
durch Wald, über Stein,
und stolperte lächelnd
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Sterngucker, Weltenbummler,
Geheimagenten und Polizisten,
wir waren alles, was wir träumten,
groß fühlten wir uns, ohne Pflichten,
so wuchsen wir hinein
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Jede Freude eine Heldentat,
jeder Verlust ein Weltuntergang,
wie klein wir waren,
wie groß wir hofften
und verloren uns selbst
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Stark wie Helden und Könige,
kannten wir keine Grenzen,
jede Probe zu meistern,
jeden Kampf zu gewinnen,
wir wanderten auf glorreichen Pfaden
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Der Sand zwischen den Zehen,
die Wunde am Knie,
die Trophäen aus Spielen,
die keiner verlor und alle gewannen.
Wir trugen sie mit uns
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Von Murmeln und deren Schatten,
bis Lupen und vergrößerten Ameisen,
entdeckten wir alles,
was Gott uns gab,
damit wir begleitet werden
in ein anderes Leben - in eine andere Welt.

Nun stehen wir hier,
im anderen Leben - in einer anderen Welt.
Verblasste Erinnerungen, vergangene Freuden,
vergessene Heldentaten, geheilte Wunden.
Möchte nur einmal zurückkehren,
in dieses andere Leben - in diese andere Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: © Sam Nasim

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