Medizin

Endlich Schluss mit Bohren!

01.07.2014 - Ali Yildirim

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden fast 100% der Menschen an Karies. Hinzu kommen noch Fälle der Parodontose (Zahnfleischbluten) und des Zahnsteins. Um die Hohlräume in den Zähnen füllen zu können, muss der Zahnarzt zur Spritze und zum Bohrer greifen. Viele Kariespatienten haben davor Angst, so dass der Gang zum Arzt zur Tortur wird. Britische Forscher haben nun eine Technologie vorgestellt, die das Bohren gänzlich unnötig macht und viele Patienten obendrein noch glücklich.

Die Technologie arbeitet mit niedrig frequentierter Elektrizität. Sie soll von Karies befallene Zähne stimulieren, Selbstheilungsprozesse einzuleiten. Durch sie wird die Remineralisierung der Zähne angeregt, so dass Karies in frühen Stadien und die damit einhergehenden Zahnfüllungen gestoppt werden sollen. Die Forscher aus London wollen diese Technologie schon in drei Jahren in britischen Zahnarztpraxen anwenden .

Vorteil gegenüber der  bestehenden bohrerfreien Kariesbehandlung

Nun ist die bohrerfreie Behandlung von Karies nicht neu. Auch bei der Icon-Methode wird weitestgehend auf das Bohrwerkzeug verzichtet. Befindet sich der Karies noch im Anfangsstadium, wird die Oberfläche des kranken Zahnes zunächst mit einem Gel behandelt. Anschließend wird der Zahn getrocknet. Dabei dringt das Icon-Kunststoff in den Hohlraum ein und verschließt die Poren. Mit hellem Licht wird er dann gehärtet.

Vorteil zur klassischen Methode: Der Zahn muss nicht aufgebohrt werden. Dabei wird neben der betroffenen Stelle auch immer gesunde Zahnsubstanz abgetragen und durch eine Füllung (z.B. Kunststoff) ersetzt. Die neue Technologie würde auch dazu führen, dass auch der Kunststoff völlig fern der Zähne bleibt.

Eigentlich ein zu befürwortender Fortschritt in der medizinischen Behandlung von Karies. Vorausgesetzt die Pharmaindustrie und Zahnärzte stellen sich nicht quer.

Reaktionen über die Meldung im Netz

Normalerweise müsste solch eine Meldung für positive Reaktionen sorgen. Doch ist es anders als erwartet. Es lassen sich diverse Kommentare finden, die offenkundig zeigen, dass sich Menschen heute stärker den je informieren und sich mit dem Thema der Zahnpflege auseinandersetzen.

So heißt es von einigen Seiten, dass Zahnärzte nicht richtig beraten würden. Auf die Frage, was ich denn gegen Zahnstein tun könnte, antwortete mein Zahnarzt: „Nichts. Sie müssen alle sechs Monate zur Zahnsteinbehandlung.“

Was gegen Zahnprobleme getan werden kann


Natürlich kann man etwas gegen Zahnstein tun. Nicht umsonst heißt es in der islamischen Lehre, dass es für jede Krankheit auch eine Heilung gibt. In vielen Fällen kennen wir das Heilmittel noch nicht, bzw. die Pharmaindustrie verhindert die  Anwendung neuer Erkenntnisse und Technologien.

Entscheidend bei der Zahnpflege ist der Zustand der Mundflora. Sie ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Daher haben einige Menschen oft Probleme mit den Zähnen, andere wiederum recht selten. Diese gilt es zu untersuchen. Leider wird die Mundflora viel zu selten von Zahnärzten näher betrachtet.  

Zahnärzten ist bereits seit den 1960er Jahren bekannt, dass die Zähne der meisten Menschen demineralisiert sind. Unternommen wird jedoch nichts. Man könnte hier sogar von unterlassener Hilfestellung sprechen.

Die richtige Zahncreme

Werbung suggeriert uns, dass Zahncreme gegen schmerzempfindliche Zähne wirkt oder Zahnspülungen Bakterien abtöten. Eine Zahncreme muss eigentlich nur für eines sorgen: Eine gesunde Mundflora.

Beschäftigt man sich ein wenig näher mit der Thematik der Zahncreme, wird deutlich, dass tenside- oder fluoridhaltige Zahnpasten nicht immer die besten für die Mundflora sind. Dagegen sind salzhaltige Zahncreme oder gleich Salz nützlicher. Dass der Geschmack gewöhnungsbedürftig und nicht so frisch ist, liegt auf der Hand. Zahncreme soll jedoch in erster Linie nicht gut schmecken sondern schützen.

Salz zur Zahnpflege? Meine Mutter berichtet stets, dass sie sich früher in der Heimat die Zähne mit Salz geputzt hätten. Ich nahm immer an, dass es aus Gründen des Fehlens von Zahncreme sei. Offensichtlich wussten unsere Vorfahren was gut für unsere Zähne ist.

In arabischen Ländern wird auch gerne der Miswak gebraucht. Ein ca. 20 cm langer Zweig des Zahnbürstenbaumes, der neben Fluoriden auch Silizium und Calciumcarbonat enthält. Alles Stoffe, die bei der Zahnerhaltung dienen. Mit diesem reibt man sich dort die Zähne ein.

Nützliche Informationen erhält man auch, wenn man Ärzte und Apotheker einmal selbst nach ihrer Zahncreme fragt. So nutzt meine Apothekerin eine Zahncreme mit Substanzen aus dem Niembaum (Neem). Die Marke, die sie mir dabei nannte, ist eine von einem Zahnarzt entwickelte Neem-Zahncreme.

Die richtige Ernäherung

Auch Ernährung spielt für gesunde Zähne eine wichtige Rolle. Sie sollte vor allem wenig Zucker enthalten. Auf Fruchtsäfte, Limonade oder sonstige zuckerhaltigen Produkte sollte man weitestgehend verzichten. Stattdessen kann man seinen Zuckerbedürfnis auf natürliche Weise stillen (z.B. Obst).

Schlussbemerkung

Gegen Zahnerkrankungen gibt es eine Prophylaxe. Achten Sie vor allem auf eine gesunde Mundflora und nutzen Zahnpaste, die die Säure in Ihrem Mund neutralisiert und somit die Entstehung von Plaque verhindert. Putzen Sie regelmäßig Ihre Zähne und auch Ihre Zunge. So wird der nächste Kontrollbesuch beim Zahnarzt ein recht kurzer.  

 

 

 

 

 

Foto: © Irina Patrascu

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