Saudi-Arabien

Guter Diktator – Böser Diktator

24.08.2013 - Emran Feroz

Immer wieder beschwert man sich hierzulande über die Saudi-Araber, zu Recht. Warum sollte man dies auch nicht tun, während dort Frauen nicht ans Steuer dürfen und Christen am Flughafen die Bibel abgenommen wird. Des Weiteren wird Saudi-Arabien von nahezu allen Muslimen weltweit kritisiert, denn das absolutistische Saud-Regime toleriert keine andere Meinung innerhalb des Islams, unterdrückt schiitische Minderheiten, propagiert die fanatische Ideologie des Wahhabismus und finanziert den weltweiten Terrorismus.

Nichtsdestotrotz ist diese absolutistische Monarchie einer der besten und wichtigsten Verbündeten des Westens. Im gegenwärtigen Syrien-Krieg werden die FSA-Kämpfer sowohl finanziell als auch ideologisch von den Saudis unterstützt. Dasselbe war in Libyen der Fall und vor Jahrzehnten auch in Afghanistan. In den letztgenannten Staaten sind die damaligen Kämpfer gegenwärtig als “Al-Qaida-Terroristen” bekannt.

In vielen Punkten ist der Iran nicht anders. Menschenrechte sucht man auch hier vergeblich, denn der Iran kämpft hauptsächlich um seine Vormachtsstellung im Nahen Osten. In Sachen Hinrichtungen ist der Iran auf Platz zwei hinter China, viele politische Gegner werden meistens vor Scheingerichte gestellt und einige Monate später erhängt. In einigen Fällen verschwinden die betroffenen Personen auch einfach. In dieser Hinsicht schreckt der Iran auch nicht vor der Ermordung von Minderjährigen zurück.  Betroffen sind vor allem Angehörige verschiedenster Minderheiten. Der Iran wird totalitär geführt, wie Saudi-Arabien. Man kann mit gutem Recht die politischen Führer beider Länder als Diktatoren bezeichnen.

Wie wird hier nun unterschieden?

Im Grunde genommen lässt sich diese Frage einfach beantworten. Es gibt den guten und den bösen Diktator. Das Saud-Regime und die Tyrannen Bahrains und Qatars gehören zu den “Guten”, da der Westen vor allem aufgrund ihres Ölreichtums von ihnen abhängig ist. Deshalb werden die Menschenrechtsverletzungen in diesen Staaten nicht nur geduldet, sondern auch gefördert, indem man sie mit Waffen beliefert. Bei Baschar al-Assad und den Ayatollahs des Irans ist dies nicht der Fall. Da sie eine anti-westliche Politik betreiben, müssen sie aus dem Weg geschafft werden. Dasselbe galt übrigens für Muammar Gaddafi.

Die USA sind der Hauptakteur dieses heuchlerischen Spieles. Gerade erst hat Barack Obama wieder einmal Syrien mit einer direkten Intervention gedroht, da das Assad-Regime angeblich vorhat, chemische Waffen gegen die zivile Bevölkerung einzusetzen. Im Anbetracht dieser Vorgehensweise assoziiert man die Ereignisse in Syrien mit jenen aus dem Irak. Damals, im Jahr 2002, begann der Irak-Krieg mit einer Lüge, indem George W. Bush behauptete, Saddam Hussein habe Vernichtungswaffen und müsse deshalb entwaffnet werden. Daraufhin wurde der Irak fast ein Jahrzehnt lang bombardiert, zahlreiche Zivilisten wurden massakriert und immer wieder kam es zu schwersten Kriegsverbrechen. Nun soll scheinbar das gleiche mit Syrien passieren.

Als Vorwand dienen immer wieder “Freiheit und Demokratie”. Deutschland sollte als Vorbild fungieren und sich auf seine ursprünglichen Werte besinnen, indem es ein solches Regime nicht unterstützt und seine Rüstungsexporte zurück schraubt. Leider werden jedoch Politiker beim Geruch des Geldes schwach.

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