Gedicht

#Hanau

01.03.2020 - Sanna Hübsch

Meine Gedanken sind bei den
Angehörigen
Meine Gedanken sind bei den
Angehörigen
Meine Gedanken sind bei den
Angehörigen

Ich bete die Zeilen vor mich
Doch meine Gedanken sind nicht bei den
Angehörigen
Meine Gedanken sind bei dir, dass du den
Nährboden hierfür
geschaffen hast
Meine Gedanken sind bei dir,
der du von
psychisch krank oder fremdenfeindlich
schreibst
Meine Gedanken sind bei dir, dass du
immer verharmlost, vertuschst, unrecht
beschwichtigst, über die anderen
sprichst und schön deine Zeitung
unkritisch unkommentiert liest
Meine Gedanken sind bei all denen die
ich hierfür zur Verantwortung ziehe
Und ich weiß es tut mir leid
Denn eigentlich sollten meine Gedanken
bei den Angehörigen sein
Denn wer hat den größten Schmerz
gerade jetzt zu erleiden?
Aber meine Gedanken sind bei dir, dass
egal wie „tolerant“ du dich gibst
Am Ende des Tages bist es nicht du der
die Zielscheibe ist
Der tot am Boden liegt
Am Ende des Tages, hast auch du nichts
dagegen getan, sondern nur zugesehen
und ab und an mal schön mitgenickt und
mitgelacht wenn es um „den“ Islam oder
über „die kanacken“ ging
Und egal wie du dich vor dieser
Erkenntnis jetzt sträubst
Am Ende des Tages bist nicht du es
Der tot am Boden liegt
Weil du du bist.

Und meine Gedanken sind bei den
Angehörigen
Und meine gedanken sind bei den
Angehörigen
Und meine gedanken sind bei den
Angehörigen

Dass wir versprechen
Dass so etwas nicht schon wieder
passiert
Ich wünschte ich könnte es 
Aber egal ob ich es will
Wir alle müssen aufhören
Von einem wir sind alle betroffen zu sprechen
Wenn wir nicht alle betroffen sind
Von einem wir zu sprechen
In dem nicht alle drinnen sind
Von einem ihr zu sprechen
Das ausgrenzt
Zu einem wir zu kommen
Das echt ist
Damit eines Tages
Unser versprechen ernst ist

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