Kurzgeschichte

Ironie dieser Geschichte

15.02.2014 - Olga Grams

Ich dachte, dass ich dich kenne. Doch scheinbar irrte ich mich.

Du warst der Narr in meiner Geschichte, doch auch gleichzeitig der Held. Als ich kurz vor dem Fallen war, warst du meine Barriere.

Es war nicht sichtbar für dich, doch du warst es. Ich hielt mich an dir fest. Und ich ließ dich so schnell in mein Herz.

Vielleicht ist dies die Ironie dieser Geschichte.

Und jetzt falle ich. Ich falle und du bist nicht mehr da. Mein Held ist nicht mehr da.

Ich falle wie ein Stein im weiten Ozean. Das kühle, tiefe Blau umringt mich und ich scheine so alleine. Ich fühle mich alleine.

Ich dachte ich würde dich kennen. Aber jetzt kommt es mir so vor, dass all die Sachen, die ich über dich wusste nur Bruchstücke von dir waren. Die Frage ist, ob ich mehr wissen wollte. Ob ich mehr wissen sollte. Ob ich mehr wissen müsste? Nein… ich ließ dich trotzdem in mein Herz.

Mein verschlossenes Herz. Es war mit schweren, massiven Ketten verschlossen. Und gerade du hast einen Weg gefunden es zu öffnen. Und durch dich habe ich einen Weg gefunden es zuzulassen. Es war eine Weile. Es war Zeit, die verstrichen ist. Doch ich bin nun nicht mehr so verklemmt und abweichend. Doch Zeit verstrich und du konntest nicht mehr warten. Zeit verstrich und du musstest mich gehen lassen.

Jedoch verweile ich noch in den Erinnerungen in den Momenten, die wir hatten und ich male mir Momente aus, die hätten passieren können. Ich bin kein Optimist. Und ich denke zu sehr nach. Ich denke wahrscheinlich auch zu sehr über dich nach.

Eventuell sollte ich auch so leicht denken wie du. Vielleicht wäre ich dann auch mal frei.

Vielleicht würde ich mein Leben mehr genießen. Es mehr auskosten. Und was ich schreibe ist nur eine eigene Lüge für mich selbst. Du denkst nicht leicht. Du denkst genau so schwer wie ich.

Du bist vielleicht auch so verletzt wie ich. Immer dieses „Vielleicht“. Ich sage dieses Wort zu oft.

Weil es kein Ja und auch kein Nein ist. Es ist keine Zusage, die ich eventuell bereuen werde. Und es ist auf der anderen Seite keine Absage, bei der ich am Ende eventuell etwas Wichtiges verpasst habe.

Manchmal da verweile ich zu lange. Zu lange alleine.

Ich will verliebt sein. Ich will ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich morgens früh aufwache.

Ich will keine Liebe, die so ist wie jetzt. Ich will keinen Schmerz fühlen.

 

 

 

 

Foto: © Daniel Y. Go

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