Gedicht

Lange Schwarze Kleider

15.07.2016 - Amira Zarari

Lange schwarze Kleider
Die trage ich gern
Dabei halten Sie mich von dir fern
Schrecken dich ab
Machen dir Angst
Gefährden die Stadt
Du schaust dich nicht satt
Bist eher verstört
Total empört
Ein Stück Klamotte, dass
eigentlich MIR gehört
Du nimmst es mir weg
Und wälzt es in Dreck
Sodass ich es das nächste Mal doch lieber im Schrank versteck'
Und dort drin lasse.

Lange schwarze Kleider

Die trage ich gern,
Dabei halten Sie mich von dir fern
Weil du meinst, dass du nichts sehen kannst
Weil man damit eben nicht im Club tanzt
Und es gar nicht in dein Muster passt
Dass du dir im Kopf einpflanzt
Und nun sitzt du so verhasst
Während der Grund sich aus dem Kontext ergibt, als du meinen Ring am Finger siehst.
Das ist doch sicherlich ein Ehemann,
der mir diese Vorschriften gibt,
Und dass ich mich jemals verlieb'
Daran zweifelst du
Dabei
Trag ich lange schwarze Kleider gern.

Sie sind mein sicherer Hafen,
Ein Ort, an dem sich einst Herzen trafen
Und schlugen
Doch jetzt sind sie ein Unbehagen
Ein dauerndes aufeinander schlagen
Ein Riesen großes Diskussionsverfahren
Ein hin und her geraten
Ein schriller Schrei, ein grauer Brei, so schwer wie Blei und kaum frei
Zum Atmen

Denn du nimmst mir meine Luft,
Wenn du sagst, dass hier kein Platz mehr ist,
Für Menschen, die noch im Mittelalter leben .
Die dürfen auch nicht ihren Senf dazu geben,
Schon gar nicht auf unseren Wolken schweben,
Nach etwas hohem streben,
Ihre Stärken ausleben
Unsere Städte betreten,
denn
Sie sorgen doch nur für
Mehr Erdbeben,
Mit ihren langen schwarzen Kleidern
Dürfen sie auch keine Menschen
Beleben,
Etwas von ihrem Wissen abgeben,
Den Richterhammer erheben,
Um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Lange schwarze Kleider,
Die trage ich doch so gern doch
Sie sind unerwünscht.
Ungern gesehen,
Und es möcht' mich auch keiner verstehn'
Wenn ich doch sage
dass ich sie gern trage.
Und dass ich diese Frage
Ob mich denn etwas behage
Nicht mehr ertrage
Genau wie du frei Zwängen bist
So bin ich
So sagt's mein Glaube,
Egal ob mein heiliges Buch
In deinem Auge
Schon längst im Schrank verstaube
bei MIR, da glänzt es noch

Setzt mir ein Lächeln ins Gesicht
Weil es mir Besserung nach Qual verspricht,
Weil es mich lehrt mit dir geduldig zu sein
Nicht zu schreien
Aufhören dich zu vernein'
Dir zu verzeihen
Und stets offen zu sein,
Wenn du mich fragst
Wieso ich dieses schwarze Kleid denn so gerne mag und trag.
Und dich nicht beklagst
Nur weil du andere Sachen magst
Als ich es tue

Stattdessen bist du verstört
Total empört
Ein Stück Klamotte, dass
eigentlich MIR gehört
Du nimmst es mir weg
Und wälzt es in Dreck
Sodass ich es das nächste Mal doch lieber im Schrank versteck'
Und dort drin lasse.

Und manchmal da wünsch ich mir
Du würdest schwarze Kleider nicht mit schwarzen Flaggen verwechseln
Würdest nicht mit zweierlei Maß messen
Unschuldig als böses abstempeln

Vielleicht solltest du mal bisschen mehr lesen
Und dich bisschen weniger auf Facebook rumtreiben
Hass verbreiten
Dir die Seele ausschreiben
Den falschen Weg leiten
Auf Glatteis gleiten
Von dumm zu dümmer schreiten

Vielleicht solltest du mal auf die Rechtschreibung achten
Wenn du sagst, dass wir nur Menschen abschlachten
Sie nur verachten , weil sie nicht so sind
Wie wir
Sag mir
Tust du das nicht gerade auch?
Wenn du mich da so siehst

Mit meinem schwarzen Kleid
Welches erzählt Vergangenheit
Geschichten über Frauen schreibt,
Von denen Andre dachten sie
Könnten ihre Seelen beklauen
Und daraus Häuser bauen,
Indem sie Büchern über sie schrieben,
Während sich Länder bekriegten
Sahst du nur Aysha mit dem schwarzen
Kleid
Zwangsverheiratet, ohne Freiheit
Die ja einen Hilferuf nach Europa schreit
Und weint und weint und weint
Wieso ihr die Welt so unfair erscheint

Also packst du all deine Empathie
Ein
Und dann wieder aus wenn du mich siehst
Dabei merkst du nicht dass du mich nur
Bekriegst
Denn mein geliebtes schwarzes Kleid
Es Schreckt dich ab
Macht dir Angst
Gefährdet die Stadt
Du schaust dich nicht satt
Bist eher verstört
Total empört
Ein Stück Klamotte, dass
eigentlich MIR gehört
Du nimmst es mir weg
Und wälzt es in Dreck
Sodass ich es für dieses Mal doch lieber im Schrank versteck'
Und dort auch nie wieder raushol'

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