Gedicht

Lass uns leben

15.05.2018 - Bele Krüger

Lass uns leben,
Zu lange schon,
sind wir am sterben.
Nun ist genug.
Schluss damit.

Wo sind die Träume hin,
die wir als Kinder hatten,
der größte davon,
nie erwachsen zu werden?

Muss uns erst
die Ikea Werbung
daran erinnern,
zu leben?
(Und nicht nur,
zu wohnen)

Doch ist es
nicht unser Alltag,
den wir jeden Tag
aufs Neue nähren
während wir unser Leben
begraben?

Wir sind wie Fische,
umgeben von durchsichtiger Masse,
von der wir getragen werden,
und Fische,
können wir nicht atmen,
ohne sie.

Fühlen uns erschlagen,
von der Schönheit der Welt
und ihren Möglichkeiten.
Ihrer unvollkommenen
Vollkommenheit.

Lieber bleiben wir
In der wohltemperierten
durchsichtigen Masse,
unserem Alltag,
der uns so wunderbar trägt.

Er ist nicht zu kühl
und nicht zu heiß,
und unser Schwarm
schwimmt mit,
wie wunderbar.

Schlau sind die Delphine,
die von Zeit zu Zeit,
in die Freiheit springen,
und das Abenteuer Welt
leben.

Nur der Mensch,
kann dem Moment
Unendlichkeit verleihen.
Haben wir verlernt
Mensch zu sein?

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