Gedicht

Liebe Muttersprache

01.06.2020 - Nidda Tariq

Ich fühle mich schuldig,
Aber jetzt lese ich dich schön geduldig.

Von Geburt an nur die eine Sprache fokussiert,
doch für meine Muttersprache desinteressiert.

Ich wollte zu denen gehören,
zu vermeiden sie mit dem Akzent zu stören.

Die deutsche Sprache so perfektioniert,
jedes einzelne Wort bis Satz sensibilisiert.

Doch auch jetzt gehöre ich nicht zu ihnen,
es ist wie Treten barfuß in Kritikminen.

Nun beherrsche ich die Sprache,
hier, um dazugehörig zu sein wie eine Wertsache.
Oder eher eine Glücksache.

Die Angst ausgelacht zu werden,
Tradition und dich versteckt unter den Scherben.

Verben, Nomen, Adjektive verwenden,
für den Preis von meiner Muttersprache abzuwenden,

gelernt die Sprache, um zugehörig zu sein,
um letztendlich immer noch behandelt zu werden wie ein Keim.

Jede Sätze sind zu lesen wie Hieroglyphen,
oft die Gedanken verwickelt in Apokryphen.

Deshalb fühle ich mich schuldig,
nun lerne ich dich geduldig.

Die Wurzeln der Muttersprache zu lernen,
sowie wie ein Kind in den Sternenhimmel schaut,
Und tief in seinem Herzen sich Liebe anbraut.

Die Worte zu benutzen,
die Bedeutungen dein Herz stutzen,

Die deine Seele widerspiegeln, deine Tradition und Kultur fest siegeln.

Deshalb fühle ich mich schuldig,
nun lerne ich dich mit Stolz und geduldig.

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