Gedicht

Mondscheinnacht

01.03.2015 - Sheikh Nayyar

Keinen klaren kleinen Gedanken, sieh, kann ich fassen.
Es blitzt immer mal ein Gedankenstrom, doch nie dann in Massen.
Sehne mich gedankenlos nach freierer Luft, wie Haftinsassen.
Auch wahr, ich habe Gedanken, kaum da, beginnen sie abzublassen.

Abzublassen, wie die Reflexion der himmlisch weißen Mondscheinpracht,
auf dem gottlosen Tor des Hofeingangs,
zu dem Königreich von Geld und der Hoheitsmacht,
die in manch einem Brotneid schafft, weshalb du sie zu deinem Todfeind machst,
ehe die glitzernde Mondscheinnacht
–wenn du mal zu einer bitteren Notzeit wachst,
in der man zitternd losschreit fast,
weil sie solch eine verbitternde Rohheit hat,
solch eine Grobheit, dass
in dir selbst sie erbitterte Bosheit macht–,
dir entgegen trostreich lacht,
und dich dann ein Gefühl des Wohlseins packt,
weil du siehst, dass du eine andere Hoheit hast,
hast das So-Sein satt, und machst dem Frohsein Platz.

Ich wünschte, ich könnt's irgendwie schonend erklären,
aber so blasiert siehst du nur die Toren sich heben,
erhoben bewegen,
dünkelhaft, -ich wünschte, dass-
sie schmorten auf dem Boden des Lebens.
Sie sollten statt sich zu loben sich schämen.
Und im Trott noch gieß' ich meine Rosen mit Tränen.
Dabei, mich, weil sie logen, zu grämen.
Denn dem Menschen steht's nicht zu, so weit oben zu stehen.
Und von dort herab verlogen zu sehen, denn niemand ist geboren zu jenen,
im Schoße zu denen, die zu den Noblen sich zählen.
Denn nur wer sich für klein erachtet, ist erst einer jener höchsten und frohesten Seelen.
Der Gute im Handeln, der Höchste und Noble im Streben,
und der Größte im Nehmen und Geben
-
wird ihn schon bald zum erleuchteten Monde erheben.

 

 

 

 

 

Foto: © Lance

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