Rezension

The Wrong Kind Of Muslim

15.10.2013 - Kashifa Butt

"The Wrong Kind of Muslim", ein Titel, der sich nicht so einfach ins Deutsche übersetzen lässt, beschreibt die Situation und Lage der Minderheiten in Pakistan. Der Autor des Buches ist Qasim Rashid, ein amerikanischer Anwalt, Menschenrechtsaktivist und Journalist.

Das Buch will deutlich machen, dass sich religiöse Minderheiten in Pakistan alles andere als sicher fühlen, da sie in ihren grundlegenden Rechten, vor allem in ihrer Religions- und Gewissensfreiheit, erheblich eingeschränkt werden.


Qasim Rashid beschreibt seine persönliche Reise nach Pakistan, auf der er die Entdeckung macht, dass dieses Land nicht all seinen Bürgern dieselben Rechte gewährt, wie es in einem demokratischen Land zu erwarten wäre.
Er vergleicht seine Rechte als amerikanischer Staatsbürger mit den in Pakistan lebenden Schiiten, Ahmadi-Muslimen oder Christen, die islamistischen Hetzjagden und staatlicher Willkür ausgesetzt sind. Ein rechtliches Vorgehen ist aussichtslos, da diese Diskriminierung in pakistanischen Gesetzen verankert ist, vor allem jedoch im Blasphemie-Gesetz. Ihre Abschaffung ist nicht in Sicht. Die Existenz extremistischer Bewegungen ist unverkennbar, die Angst vor ihren Anschlägen ist allgegenwärtig und die starke Einflussnahme ihrer Hassprediger ist nicht zu bändigen.

 

Auf seiner Reise trifft der Autor auf Menschen, die ihm davon berichten, wie das Leben in Pakistan tatsächlich aussieht. Sie berichten ihm von Ereignissen, in denen sie sogar selbst den  Blasphemie-Gesetzen zum Opfer fielen. Ihr „Fehler“ war, dass sie die Nähe Gottes suchten, sich in Gebeten vertieften und ihren Glauben praktizierten.

 

Der Autor schafft eine großartige Verbindung von wichtigen Informationen zu den politischen Umständen mit den eindrucksvollen Schilderungen von Einzelschicksalen. Er beschreibt die Lage der Betroffenen auf eine Art und Weise, dass sich ein Leser ohne jegliche Vorkenntnisse über Land und die Menschen in die Situationen hineindenken und mitfühlen kann.
Das Buch beschreibt etwas, was für die Menschen in Pakistan Alltag geworden ist. Seit vielen Jahren hören wir auch hierzulande über die Medien von den korrupten Staatsorganen, den schrecklichen Terroranschlägen, den gezielten Tötungen und den Verfolgungen der religiösen Minderheiten. Auch den ständigen Kampf, den Millionen von Menschen für ein friedliches Leben mit all seinen Möglichkeiten führen, beschreibt der Autor durch bewegende Geschichten und eindringliche Erfahrungen.

 

Qasim Rashid möchte in seinem Buch auch auf die Diskriminierung gegen eine spezielle muslimische Gruppierung hinweisen. Die Ahmadi-Muslime werden seit Jahrzehnten aufgrund von abweichenden Glaubensüberzeugungen verfolgt. Der Autor erzählt von gezielten Tötungen und von einem barbarischen Akt, der im Jahre 2010 fast 90 Menschen ihr Leben kostete. Im Sommer des Jahres stürmten Extremisten fast zeitgleich zwei Moscheen der Ahmadi-Muslime in Lahore, der zweitgrößten Stadt Pakistans und töteten Kinder, Eltern und Großväter. Ebenso geht Rashid auf die grausamen Anschläge auf Schiiten in Quetta ein, die sich Anfang 2013 ereigneten.

 

Das Buch ist für alldiejenigen empfehlenswert, denen die Freiheit der Meinungsäußerung und Religionsausübung wichtig ist und denen Menschlichkeit und ein harmonisches Zusammenleben am Herzen liegt. Aber vor allem sollten es diejenigen unbedingt lesen, die den Frieden in unserem Land zu schätzen wissen und die bisher unbekannten Geschichten derer hören wollen, die jeden Tag für eben jene Freiheit kämpfen und nicht zuletzt mit ihrem Leben dafür bezahlen.

 

Macht euch ein Bild von einem Land, in dem Millionen von Menschen unter schwrierigsten Umständen leben. Ihr könnt euch glücklich schätzen, wenn ihr die Freiheit habt dieses Buch zu lesen, denn in Pakistan könnten für den Besitz dieses Buches ein Leben in Angst und einige Jahre Gefängnis auf euch warten.

 

 

„Qasims berührende Geschichte lässt mich seine Person bewundern und trägt zur stärkeren Wertschätzung der Religionsfreiheit in Amerika bei.“ –Tim Kaine, US-Senator

„Ein bedeutsames und alarmierendes Buch, das als Appell für Frieden und weitreichende Toleranz Aufmerksamkeit verdient.“ – Professor Philip Jenkins, Baylor Universität. Autor von ‘Images of Terror: What we can and can’t know about terrorism

“Ein lesenswertes Buch für all diejenigen, denen Menschenrechte, Menschlichkeit, Meinungsfreiheit, und die Freiheit der Gedanken und des Gewissens etwas bedeuten, nicht nur in Pakistan, sondern überall auf der Welt.“ – Beena Sarwar, Dokumentarfilmerin und pakistanische Journalistin

 

 

 

 

 

   Der Autor: Qasim Rashid kommt ursprünglich aus Pakistan. Er lebt in den Vereinigten Staaten und promoviert zurzeit in den Rechtswissenschaften an der Richmond School of Law in Virginia. Zudem ist er Pressesprecher der „Ahmadiyya Muslim Community“ in den USA und Vorstandsvorsitzender der ‚Muslim Writer Guild‘, eines muslimischen Autorennetzwerks. Er bloggt außerdem für den Fernsehsender CNN und schreibt regelmäßig für Zeitungen wie die Washington Post und Huffington Post. Mehr Informationen unter: www.qasimrashid.com

 

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