Gedicht

Tief in mir

15.10.2016 - Astrid Knauth

Tief in mir ist der Wunsch nach Freiheit,
Tief in mir ein Wunsch nach Geborgenheit,
Tief in mir der Wunsch nach Freude und Glück -
Sagst du deshalb, ich sei einfach nur verrückt?

Ist es naiv zu vertrauen,
Ohne auf Vorsicht zu bauen?
Ist es naiv zu hoffen?
Bist du deshalb betroffen?

Du fragst mich, wie kann ich glücklich sein -
In der Welt gibt es doch so viel Leid und Pein?
Wie könnte ich das jemals vergessen -
Doch hilft es zu trauern wie besessen?

Auf mich laden kann ich heute Wut und Trauer dieser Welt -
Glaubst du etwa wirklich, das macht mich zu einem Held?
Unter dieser Last bleibt niemand stehen -
Daran kann man nur zugrunde gehen.

Warum bin ich nicht in Tränen zerflossen?
Warum habe ich zu lachen beschlossen?
Warum kann ich leben und lieben?
Warum kann ich diesem entfliehen?

Statt Trauer liest du Hoffnung in meinem Blick,
Statt Wut und Zorn gibt mir Fröhlichkeit einen Kick.
Ich habe beschlossen, Freudiges zu erwähnen,
Und du fragst mich, warum du findest keine Tränen.

Ich frage dich - würde das jemand wollen?
Wer sagt dir, dass wir das jemals sollen?
Du kannst versuchen, das Leid um dich zu lindern,
Aber du kannst es nicht immer überall verhindern.

Geh mit einem Lachen über die Straß’ -
Etwas, was man am wenigsten vergaß.
Verbreite um dich ein Kleinod der Freundlichkeit,
So viele werden erstrahlen im Glanze der Heiterkeit.

Mag sein, dass es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein,
Aber ist das nicht viel mehr, als festzuhalten am Dasein?
Sei du selbst die Veränderung in der Welt, die du dir wünschst,
Denn dann werden manche Wände in neuem Glanz getüncht.

Und so bleibt tief in mir der Wunsch nach Frieden,
Dass irgendwann überall das Gute wird siegen.
Tief in mir ist der Wunsch nach Gerechtigkeit,
Tief in mir bleibt die Hoffnung auf Offenheit.

Tief in mir ein Wunsch nach Hilfsbereitschaft -
Gibst du damit nicht anderen ganz viel Kraft?
Hast du denn vergessen, was es heißt zu lieben?
Glaubst du wirklich, damit hätte ich übertrieben?

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