MILIEU-Mosaik

Was würdest du an der Politik Deutschlands ändern?

01.09.2020 - 15 Menschen antworten

Ich wünsche mir eine ehrliche Politik, die nicht heuchlerisch ist. Leider scheint aber gerade die Heuchelei der „rote Faden“ der meisten Politiker zu sein.
– Frédéric Todenhöfer, Aktivist

 

Als Sängerin vergleiche ich die Politik gerne mit der Musik. Wenn ich anfange, an einem Song zu arbeiten, dann habe ich den fertigen Song schon im Ohr und weiß, dass es viel Arbeit und Zeit brauchen wird, um ans Ziel zu kommen.
Wenn dann mitten drinnen jemand dazu kommt, der Musik gerne hört, sich aber mit dem Prozess dahinter nicht auskennt, wird er sagen:
„Ich würde da und da noch etwas ändern“, weil er sich das Endergebnis – aufgrund mangelnder Kenntnisse – nicht vorstellen kann.
Genau so sehe ich es aktuell mit unserer Politik. Ich finde, Deutschland macht sehr vieles sehr gut und ich bin sehr dankbar, in diesem Land leben zu dürfen. Was ich ändern würde? Ändern würde ich nicht unsere Politik, sondern unsere Einstellung zur Politik.
– Déborah Rosenkranz, Sängerin

 

Erstens würde ich Artikel 109 des Grundgesetzes, auch als die 2009 eingeführte „Schuldenbremse“ bekannt, streichen. Sie ist ökonomischer Unsinn und Ausdruck fehlverstandender Haushaltsdisziplin.
Zweitens bin ich der Ansicht, dass wir die Eurozone fiskalisch integrieren müssen (Stichwort: Schuldengemeinschaft), damit sie langfristig eine Chance hat.
Drittens würde ich mir wünschen, dass wir uns wieder mehr um die Dinge kümmern, welche nachhaltig und dauerhaft Wachstum und Wohlstand schaffen: Grundlagenforschung, Infrastruktur, Bildung. Letztere werden immer wieder als wichtig beschworen, aber wenn es darum geht, Geld und vor allem auch Personal dafür bereitzustellen, tut sich meist wenig. In Sachen Grundlagenforschung steht Deutschland meines Wissens eigentlich ganz gut da; allerdings ist dieses Unterfangen mittlerweile so aufwendig und teuer (!) geworden, dass wir noch viel mehr Resourcen dafür mobilisieren müssten, um spürbaren Fortschritt zu generieren.
– Moritz Sterzinger, Berater, London

 

Das Strafgesetz muss reformiert werden. Jeglicher Missbrauch an Kindern ist ein Verbrechen und kein Vergehen und muss dementsprechend geahndet werden! Ein höheres Strafmaß für Vergewaltigung ist ebenfalls schon lange überfällig. Richter sind vermehrt nicht in der Lage, ein passendes Strafmaß zu verhängen und schöpfen den Strafrahmen nicht voll aus. Opferinteressen werden nicht berücksichtigt, viel mehr steht der Täterschutz im Vordergrund. Das führt zur Ablehnung des deutschen Justizsystems!
–  A. Fuchs, Fotografin aus Cloppenburg

 

Kapitalistische Zins-Geldsystem abschaffen + private und privatrechtlich organisierte Unternehmen verstaatlichen. Mehr Ärzte, Pfleger und Ethiker in Betriebsräten und Führungspositionen gesundheitlicher Institutionen als Betriebswirte. An Schulen qualifizierte Lehrer mit Fachwissen und (!) PÄDAGOGISCHER AUSBILDUNG, die einem Fisch nicht zwanghaft das Fliegen beibringen wollen! Verpflichtende Multi-Kulti Projekte/Seminare an Schulen zur Integrationsförderung von Zuwanderern und Schülern mit Migrationshintergrund sind schon längst überfällig. Die Medien sollten mehr der kulturellen Weiterbildung und Unterhaltung der Allgemeinheit dienen als der Verrohung und Verdummung, dann bin ich eher bereit meine ausstehenden Rundfunkbeiträge zu zahlen. :)Für die Außenpolitik: Souveränität anderer Staaten nicht verletzten. Keine Waffenlieferung an Diktatoren und terroristischen Nichtregierungsorganisationen.Für das Klima: schnellerer, kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien, weg von Kohle, Gas und Öl.
–  Leyla Akbas, Krankenpflegerin und Studentin Gesundheitsmanagement, Nienburg

 

Ich würde mir wünschen, dass die Politik versucht, ein Gefühl der Gerechtigkeit zu erzeugen.
Ich meine damit nicht, dass sie eine Propaganda und Illusion einer gerechten Gesellschaft betreiben soll. Sondern, dass sie wirklich versucht, Mittel zu ergreifen, die bei Kleinunternehmern für Steuerentlastungen sorgen, die größeren Unternehmen besser besteuern und das Geld gerecht innerhalb der unteren Mittelschicht und Unterschicht verteilt.
Ich rede nicht von einer kommunistischen Stuktur, in der alle die gleichen Konditionen haben. Aber wenigstens ein Kapitalismus, der harmloser gegenüber Schwächeren, Kindern, Tieren und der Umwelt ist. Aber leider gibt es hierzulande nicht einmal das Gefühl, dass sich in diese Richtung etwas verbessert, und das ist in angesicht der Tatsache, dass Deutschland so ein reiches Land ist, einfach nur frustrierend.
–  Shahin S., Luftsicherheitsassistent, Wiesbaden

 

Mit dem politischen System, der Demokratie, bin ich sehr zufrieden. Sie ist ein echtes Privileg! Allerdings gibt es Inhalte, die von der Politik durchaus mehr Aufmerksamkeit bekommen dürften. Für mich ist das ganz klar der Klimaschutz. Der kann gar nicht zu teuer sein, denn wenn die Erde erstmal richtig runtergerockt ist, ist Geld das geringste Problem. Da muss sich natürlich jeder selber an die Nase fassen und sein eigenes Konsumverhalten überdenken, aber die Politik könnte Anreize schaffen, für Unternehmen und die Bevölkerung, dass Klimaschutz ein gemeinsames Projekt wird, in dem alle Teilhabe, Verantwortung und ein gemeinsames Ziel haben.
– Maria, Studentin, Clausthal-Zellerfeld

 

Ich finde es schade, dass wir gefühlt nur alle vier Jahre ins Wahllokal gehen und ein kleines Kreuzchen machen. Der Bürger ist viel zu weit weg davon, an der Demokratie teilzunehmen. Ich fände daher direkte Wahlen gut. Dadurch wäre es jedem klar, dass seine Stimme etwas wert ist. Man sieht ja gerade, dass viele Leute das total vergessen haben und sich total machtlos vorkommen.
– Kilian F., Inhaber eines Kanuverleihs, Rostock

 

Ich glaube, wir bräuchten mehr junge, intelligente und innovative Menschen in der Politik anstatt der ganzen alten, konservativen Berufspolitiker. Außerdem müssten wir viel zukunftsorientierter handeln: Regionale Produktion, CO2-Stempel für alle Produkte, ... Und zu guter Letzt sollten wir weniger Geld für Waffen und mehr für Bildung ausgeben.
– Isabel S., Abiturientin, Lübeck

 

Ich kenne derzeit kaum jemanden, der mit Stolz verkünden kann, wo er das Kreuz bei den nächsten Wahlen setzten würde.
Die Politik in Deutschland muss sich grundsätzlich ändern. Wir brauchen Politiker, die in der Lage sind, mit klaren Worten und Taten im Sinne des Volkes zu handeln und nicht bei der nächsten Wahl zu behaupten, dass die anderen die Schuld tragen. Alle Parteien sollten sich selbst kritisch betrachten und sich dementsprechend verhalten.
– Adriana, Studentin Archäologie & Literatur, Göttingen

 

Schwangerschaftsabbrüche vom Gesetz her zugänglicher machen. Sich stärker für beständige, sicher und langfristige Betreuung für verwaiste und missbrauchte Kinder kümmern. Nachweisbare sexuelle Gewaltdelikte gegen Kinder und alle Erwachsenen – Frauen wie Männer – härter bestrafen.
Generell werden politische Positionen zu stark von der Oberschicht innegehalten. Diese Politiker haben eine gewisse Ferne zum „wahren Leben“ und können die Nöte des Volkes emotional nicht nachvollziehen.
– Diana, Krankenpflegerin, Bonn

 

Obwohl ich kein Riesenfan der Merkel-Regierung bin, muss ich sagen, dass wir es deutlich schlechter hätten treffen können. Zumindest, wenn man bedenkt, wie viele Länder um uns herum und auch ein kleiner Teil der Bevölkerung in Deutschland nach rechts gerückt sind.
Insgesamt sollte aber mehr auf soziale und umweltpolitische Themen eingegangen werden. Die wirtschaftlichen Interessen und Befindlichkeiten der Besserverdiener werden schon genug beachtet.
– Phoebe Z., Archäologiestudentin, Göttingen

 

Wir haben Glück, es gibt wenige Länder, die so eine gute Politik haben wie Deutschland. Aber wenn ich etwas ändern würde, dann wäre es sicher der Lobbyismus. Ich finde, dass Politiker nicht von der Wirtschaft abhängig sein sollten. Sie sind unsere Vertreter und sollten daher auch ausschließlich die Interessen ihrer Wähler vertreten. Der Fall Philipp Amthor hat für mich gezeigt, dass es in den Altparteien nicht besser wird. Ich hoffe, dass solche Fälle nicht einfach wieder untergehen und vergessen werden.
– Simon M., Heizungsinstallateur, Prüm

 

Politiker dürften nicht so schnell von einem Ressort ins andere wechseln. Die meisten Politiker arbeiten in einem Bereich, mit dem sie sich gar nicht auskennen und sind deshalb auf externe Berater und Experten angewiesen. Nicht nur, dass die Verantwortlichen oft total fachfremd sind, das Ganze kostet sicher auch ein Heidengeld. Ich würde mir wünschen, dass wir in der Regierung weniger Berufspolitiker haben und mehr Männer und Frauen, die so sind wie wir.
– Marianne S., Seniorin, Schönecken

 

Ich würde versuchen, jedem Einzelnen mehr Einfluss zu geben. Es ist leicht, sich über "die da oben" zu beschweren, wenn man selber nichts bewegen kann. Deswegen sollte jeder die Möglichkeit haben, etwas zu verändern. Und weil wir nicht tausende Bundeskanzler*innen haben können, würde ich die Politik stärker kommunal organisieren. Der Staat ist ein ziemlich abstraktes Konstrukt, in einer Dorfgemeinschaft hingegen kann sich jeder einbringen.
– Otto B., Gärtner, Kirkel

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